Ungehört oder unerhört – Frauen als Speakerinnen

von | Apr 26, 2016 |

Rein männlich besetzte Diskussionsrunden, wer kennt das nicht. Es ist ja nicht so, dass Frauen nicht zu sagen haben, aber sie werden oft nicht gefragt. Klar, sind die Top-Positionen in vielen Fällen mit Männern besetzt und die Veranstalter wollen die Top-Positionen auf ihrer Bühne haben. Bringt das immer die Qualität, die man sich für ein Top-Panel wünscht? Definitiv nicht. Tolle Namen sind oft richtige Schlafmützen. Ich habe das auf vielen kleinen und großen, nationalen  und internationalen Konferenz erlebt.

Erst letztens auf einer Veranstaltung von Tony Robbins, den ich sehr schätze, in London habe ich mit Erstaunen festgestellt, dass er in seinem Team von »Success Ressources« von 55 Personen lediglich zwei (!) Frauen hat, obwohl er sich auf der Veranstaltung selbst noch für die Anerkennung des Werts der weiblichen Beitrage in der (Wirtschaft-) Gesellschaft ausgesprochen hat. (Siehe Foto)

Natürlich ist es eine Herausforderung an die Organisatoren weibliche Sprecher zu gewinnen. Nicht nur, weil diese seltener die Titel tragen und in den obersten Hierarchieebenen zuhause sind, wo es einfach wäre nach ihnen zu suchen ist. Die Organisationen genießen ggf. auch nicht den Ruf oder haben eine weniger schillernden Reputation, als die, denen meist Männer vorstehen. Und dann kommt die Komponente hinzu, dass Männer sich (etwas pauschalisiert) gern in den Vordergrund stellen, sich das Rampenlicht suchen und gern posieren. Wohingegen Frauen ja gern (ebenso pauschalisiert) ihr Licht unter den Scheffel stellen, sich nicht als DIE Expertin positionieren und eher an ihren Fähigkeiten und ihrem Status zweifeln.

Zurückhaltung bekommt selten einen Bühne

Ein paar hilfreiche Tipps dazu gibt es im Artikel der Zeit Online die auch den etwas satirischen Blog All Male Panels zitiert, der mit die rein männlich besetzten Diskussion- und Vortragsrunden dokumentiert – und mit einem David Hasselhoff alias »Knight Rider« parodiert. Für die, die nach weiblichen Sprecherinnen suchen ist vielleicht der Beitrag von Ute Blinder auf Business Ladys ein Tipp und die ganz bewusste Recherche in der zweiten Reihe. Außerdem gibt es mittlerweile einige Organisationen, die rein oder vornehmlich auf Frauen als Rednerinnen (neudeutsch Speakerinnen) vermitteln, wie die Women Speaker Foundation oder die Sprechrinnen Liste.

Ich glaube nicht, dass es so etwas wie eine Quote braucht, aber es ist schade, dass gerade dort, wo es darum geht, die Vielfalt eines Themas zu beleuchten, eine wesentliche Komponente ausgelassen wird – die weibliche. Die Gründe hierfür sind leider meistens der Triumph von Statusdenken vor spannenden Inhalten und einen leichte Tendenz zu Bequemlichkeit.

Autoreninfos:

Jan Schleifer entschlüsselt die Codes der Kommunikation, der Denk- und Verhaltensmuster von Männern – besonders für Frauen, die in Führung gehen wollen. Aus seiner fast 20-jährigen Praxis als Berater für Kommunikation sowie als Business und Management Coach weiß er, dass Frauen, die erfolgreich sein wollen, sich einen entscheiden Vorteil sichern, sobald sie die Sprach- und Verhaltenscodes der Männer verstehen. In seine Vorträge übersetzt er die Sprache von Männern für Frauen und erklärt auch das »Wieso« hinter den Worten. Denn im Verständnis liegt der Schlüssel des Verstehens und der größtmögliche Hebel für den eigenen Erfolg.

Als Autor von Muttersprache Mann erreicht Jan Schleifer Frauen, die nach einer neuen, einfachen und erfolgreichen Kommunikation und Zusammenarbeit mit Männern suchen.

Bildquellen: 

Yvonnne Schmedemann 

Kai Oberhäuser

Eigenes Bildmaterial

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