Perspektivenwechsel mit System – Interview mit Katharina Boersch

Perspektivenwechsel mit System – Interview mit Katharina Boersch

Ich hatte das Vergnügen, das neue Buch von Katharina Boersch „Perspektivenwechsel mit System“ bereits vor Erscheinen lesen zu dürfen. Katharina schenkt Coaches (und Beratern) eine fantastische Anleitung für ihren Geschäftsaufbau: Einen Perspektivenwechsel mit System. Dabei sind wichtige Insights wie Du tolle Kunden findest und gutes Geld verdienst. Das Buch ist eine wirklich umfassende Anleitung, um die eigene Strategie und Positionierung zu finden, die eigenen Preise und Produkte zu definieren bis hin zur Anleitung, Blockaden und Saboteuren aufzustöbern, die viele vom Weg abbringen. Katharina zeigt außerdem ganz konkret verschiedene Kundengewinnungsstrategien auf. Das Buch ist – meiner Meinung nach – nicht nur etwas für Coaches, sondern für fast alle Solopreneure, die sich erstmalig oder neu positionieren wollen.
Ich hätte mir gewünscht, jemand hätte am Ende meiner Ausbildung mir dieses Buch zugesteckt. Mir wären eine Menge Arbeit, Ärger und Frust erspart geblieben.

Eine wirkliche Kaufempfehlung. Das ist super gut investiertes Geld! [Klick hier, um zum Buch zu gelangen]

Genug geschätzt, hier geht’s zum Video. Viel Spaß!

 

Autoreninfos:

Jan Schleifer entschlüsselt die Codes der Kommunikation, der Denk- und Verhaltensmuster von Männern – besonders für Frauen, die in Führung gehen wollen. Aus seiner fast 20-jährigen Praxis als Berater für Kommunikation sowie als Business und Management Coach weiß er, dass Frauen, die erfolgreich sein wollen, sich einen entscheiden Vorteil sichern, sobald sie die Sprach- und Verhaltenscodes der Männer verstehen. In seine Vorträge übersetzt er die Sprache von Männern für Frauen und erklärt auch das »Wieso« hinter den Worten. Denn im Verständnis liegt der Schlüssel des Verstehens und der größtmögliche Hebel für den eigenen Erfolg.

Als Autor von Muttersprache Mann erreicht Jan Schleifer Frauen, die nach einer neuen, einfachen und erfolgreichen Kommunikation und Zusammenarbeit mit Männern suchen.

Bildquellen: 

Yvonnne Schmedemann 

 

Ungehört oder unerhört – Frauen als Speakerinnen

Ungehört oder unerhört – Frauen als Speakerinnen

Rein männlich besetzte Diskussionsrunden, wer kennt das nicht. Es ist ja nicht so, dass Frauen nicht zu sagen haben, aber sie werden oft nicht gefragt. Klar, sind die Top-Positionen in vielen Fällen mit Männern besetzt und die Veranstalter wollen die Top-Positionen auf ihrer Bühne haben. Bringt das immer die Qualität, die man sich für ein Top-Panel wünscht? Definitiv nicht. Tolle Namen sind oft richtige Schlafmützen. Ich habe das auf vielen kleinen und großen, nationalen  und internationalen Konferenz erlebt.

Erst letztens auf einer Veranstaltung von Tony Robbins, den ich sehr schätze, in London habe ich mit Erstaunen festgestellt, dass er in seinem Team von »Success Ressources« von 55 Personen lediglich zwei (!) Frauen hat, obwohl er sich auf der Veranstaltung selbst noch für die Anerkennung des Werts der weiblichen Beitrage in der (Wirtschaft-) Gesellschaft ausgesprochen hat. (Siehe Foto)

Natürlich ist es eine Herausforderung an die Organisatoren weibliche Sprecher zu gewinnen. Nicht nur, weil diese seltener die Titel tragen und in den obersten Hierarchieebenen zuhause sind, wo es einfach wäre nach ihnen zu suchen ist. Die Organisationen genießen ggf. auch nicht den Ruf oder haben eine weniger schillernden Reputation, als die, denen meist Männer vorstehen. Und dann kommt die Komponente hinzu, dass Männer sich (etwas pauschalisiert) gern in den Vordergrund stellen, sich das Rampenlicht suchen und gern posieren. Wohingegen Frauen ja gern (ebenso pauschalisiert) ihr Licht unter den Scheffel stellen, sich nicht als DIE Expertin positionieren und eher an ihren Fähigkeiten und ihrem Status zweifeln.

Zurückhaltung bekommt selten einen Bühne

Ein paar hilfreiche Tipps dazu gibt es im Artikel der Zeit Online die auch den etwas satirischen Blog All Male Panels zitiert, der mit die rein männlich besetzten Diskussion- und Vortragsrunden dokumentiert – und mit einem David Hasselhoff alias »Knight Rider« parodiert. Für die, die nach weiblichen Sprecherinnen suchen ist vielleicht der Beitrag von Ute Blinder auf Business Ladys ein Tipp und die ganz bewusste Recherche in der zweiten Reihe. Außerdem gibt es mittlerweile einige Organisationen, die rein oder vornehmlich auf Frauen als Rednerinnen (neudeutsch Speakerinnen) vermitteln, wie die Women Speaker Foundation oder die Sprechrinnen Liste.

Ich glaube nicht, dass es so etwas wie eine Quote braucht, aber es ist schade, dass gerade dort, wo es darum geht, die Vielfalt eines Themas zu beleuchten, eine wesentliche Komponente ausgelassen wird – die weibliche. Die Gründe hierfür sind leider meistens der Triumph von Statusdenken vor spannenden Inhalten und einen leichte Tendenz zu Bequemlichkeit.

Autoreninfos:

Jan Schleifer entschlüsselt die Codes der Kommunikation, der Denk- und Verhaltensmuster von Männern – besonders für Frauen, die in Führung gehen wollen. Aus seiner fast 20-jährigen Praxis als Berater für Kommunikation sowie als Business und Management Coach weiß er, dass Frauen, die erfolgreich sein wollen, sich einen entscheiden Vorteil sichern, sobald sie die Sprach- und Verhaltenscodes der Männer verstehen. In seine Vorträge übersetzt er die Sprache von Männern für Frauen und erklärt auch das »Wieso« hinter den Worten. Denn im Verständnis liegt der Schlüssel des Verstehens und der größtmögliche Hebel für den eigenen Erfolg.

Als Autor von Muttersprache Mann erreicht Jan Schleifer Frauen, die nach einer neuen, einfachen und erfolgreichen Kommunikation und Zusammenarbeit mit Männern suchen.

Bildquellen: 

Yvonnne Schmedemann 

Kai Oberhäuser

Eigenes Bildmaterial

Warum es nicht ausreicht, das die Hälfte der Erwerbstätigen in Deutschland Frauen sind

Warum es nicht ausreicht, das die Hälfte der Erwerbstätigen in Deutschland Frauen sind

In ein paar Tagen ist »Equal Pay Day« (#EPD2016), der Tag, an dem Du als Frau auch endlich das Jahresgehalt eines Mannes aus dem vergangenen Jahr (2015) verdient hast. Hast Du das Verdient? Nein. Bekommst es aber trotzdem. Durchschnittlich bekommen Frauen in Deutschland rund ein Fünftel – genau 22 Prozent – weniger als ihre männlichen Kollegen.

Damit sich das ändert – und Deine Kollegen werden wahrscheinlich argumentieren, dass es gar nicht so sei – brauchst Du ein paar gute Argumente. Die habe ich für Dich zusammengetragen. Hol Dir noch schnell eine Tasse Tee oder Kaffe, denn jetzt gibt’s ein paar trockene Zahlen. Mit denen Du danach auch die »elegantesten« Argumente und Manöver Deiner Kollegen aushebelst 🙂

 

Die Zahl der erwerbstätigen Frauen ist – im Gegensatz zu den männlichen Erwerbstätigen – in den vergangenen 20 Jahren nahezu kontinuierlich gestiegen – und war noch nie zuvor so hoch wie heute. Während Anfang der 1990er Jahre noch weniger als 42 Prozent aller Erwerbstätigen weiblich waren (ca. 16 Millionen erwerbstätige Frauen), sind es 2013 bereits 46,3 Prozent (ca. 19,6 Millionen erwerbstätige Frauen) – zehn Jahre zuvor war es ein Prozentpunkt weniger.

Wo also ist das Problem, wenn mit 46 Prozent, fast die Hälfte der Frauen erwerbstätig ist? Auch hier steckt der Teufel im Detail: Sobald die Arbeitsvolumina, also die gearbeiteten Stunden, in die Betrachtung miteinbezogen werden, verschwindet der schöne Schein der Statistik, die fast nach Fifty-Fifty aussieht: Fast jede zweite erwerbstätige Frau hatte 2013 einen Teilzeitjob, wohingegen nur jeder neunte Mann Teilzeit arbeitete, so das Ergebnis von Karl Brenke in »Wachsende Bedeutung der Frauen auf dem Arbeitsmarkt«, in DIW Wochenübersicht 5/2015.

Was Du über die kleinen und feinen Unterschiede wissen solltest:

  • Die Hälfte ist nicht immer 50%
  • Es wird leider nicht besser
  • Wer rechnen kann ist klar im Vorteil

Männer arbeiten nicht mehr, aber für mehr

Eine Untersuchung von Stefan Bach, die 2014 vom DIW veröffentlicht wurde, zeigt erstmals eine geschlechtsspezifische Analyse der Einkommensverteilung und der Steuerlastverteilung auf Grundlage der verfügbaren Daten aus der Lohn- und Einkommensteuerstatistik 2007. Nach dieser Untersuchung erzielen Frauen im Durchschnitt nur halb so hohe Einkommen wie Männer (DIW Wochenbericht Nr. 35.2014). Die Untersuchung erfasst insgesamt 54,3 Millionen Erwerbstätige, davon sind 27,5 Millionen Männer und 26,8 Millionen Frauen. Nicht eingerechnet sind Personen und Haushalte, die beispielsweise von niedrigen Alterseinkünften oder staatlichen Transferleistungen leben, sprich Rentnerinnen und Alleinerziehende mit Kindern.

Das Ergebnis: Deutlich mehr Frauen als Männer arbeiten für ein Arbeitseinkommen von bis zu 25.000 Euro im Jahr. Darüber überwiegt der männliche Teil der Erwerbstätigen. Ab einem Bruttoeinkommen von 40.000 Euro gibt es mehr als doppelt so viele Männer wie Frauen. Bei Bruttoeinkommen von über 75.000 Euro machen die Frauen maximal noch ein Fünftel der Männer aus.

Es wird leider nicht besser

Frauen müssen, um 2015 durchschnittlich so viel zu verdienen wie Männer, bis zum 19 März 2016 weiterarbeiten – also 78 Tage unbezahlt mehr Arbeiten (bis zum Equal Pay Day, zahlen finden sich beim BPW Business and Professional Women Germany e.V). Trotz oder vielleicht auch wegen einer Bundeskanzlerin. Und auch mit einer Verteidigungsministerin haben Frauen in Deutschland diese Schlacht noch lange nicht gewonnen. Der Bundes-Bruttostundenverdienst von Frauen lag 2013 durchschnittlich um 22 % niedriger als der Verdienst der Männer.

Würde der Bruttostundenlohn auf 8,50 € angehoben, könnte der Gender Pay Gap bei konstant gehaltener Beschäftigung um 2,5 Prozentpunkte reduziert werden. Zu diesem Ergebnis kommen die Autoren (Christina Boll, Hendrik Hüning, Julian Leppin, Johannes Puckelwald) der Studie „Potenzielle Auswirkungen des Mindestlohnes auf den Gender Pay Gap in Deutschland – eine Simulationsstudie”. Den Grund dafür sehen sie vor allem in der abgemilderten Ungleichheit am unteren Rand der Einkommensverteilung.

Die Unterschiede fielen in Westdeutschland (und Berlin) mit 23 % deutlich höher aus als im Osten (8 %). Besonders tragisch: Der Verdienstunterschied ist zwischen Frauen und Männern seit 2002 fast konstant geblieben. Natürlich gibt es branchenspezifische Unterschiede, doch in keinem Wirtschaftszweig verdienen Frauen mehr als Männer. Der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern in Führungspositionen befindet sich 2013 mit 27 Prozent auf etwa gleichem Niveau wie zu Beginn des Beobachtungszeitraums (2001: 29 Prozent).

Das große 1x1

Die Daten des sogenannten unbereinigten Gender Pay Gap sagen jedoch noch nichts darüber aus, ob Frauen für vergleichbare Tätigkeiten schlechter bezahlt werden als Männer. Der bezifferte Unterschied bezieht sich auf den allgemeinen durchschnittlichen Stundenverdienst. Diese sind generell darauf zurückzuführen, dass Männer und Frauen überwiegend in unterschiedlichen Branchen und Berufen tätig sind. Eine weitere Rolle spielt außerdem die „ungleich verteilten Arbeitsplatzanforderungen hinsichtlich Führung und Qualifikation“, wie das Handelsblatt (Frauen verdienen ein Fünftel weniger, Handelsblatt vom 16. März 2015) das Statistische Bundesamt zitiert. Wird die Vergleichbarkeit der Tätigkeit als Kriterium in die Untersuchung hinzugezogen, wird vom bereinigten „Gender Pay Gap“ gesprochen.

Die Forschungsdirektorin Christina Boll des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts kommt, ähnlich wie die Personalberatungsgesellschaft Kienbaum, in ihren Untersuchungen zu dem Schluss, dass Frauen die entscheidenden Faktoren selbst beeinflussen können: Berufswahl, Länge des Arbeitstages oder die Frage, ob Führungsjobs übernommen werden (Süddeutsche Zeitung Online; Das arme Geschlecht; 2. Januar 2015). Der bereinigte Gender Pay Gap liege demnach bei rund 7 Prozent. So das Ergebnis eine Studie von Kienbaum, in der detaillierte Gehaltsdaten zu über 8.000 Positionen aus Unternehmen verschiedener Branchen und Größenklassen und der Gehälter von Frauen und Männern, die in den jeweiligen Unternehmen vergleichbare Tätigkeiten ausüben, ausgewertet werden (WiWo Online, Frauen verdienen nicht viel weniger als Männer, 19.03.2015)

Allgemein belaufe sich die Lohnlücke bei vergleichbarer Arbeit und Qualifikation aber in etwa auf ein Drittel des gesamten unbereinigten Gender Pay Gap, teilten die Statistiker mit. Bei der letzten entsprechenden Erhebung 2010 hätten die Frauen in Deutschland bei ansonsten vergleichbaren Bedingungen sieben Prozent pro Stunde brutto weniger verdient als ihre männlichen Kollegen. Demnach sind sie also schon am 26. Januar 2016 mit der zusätzlichen Arbeit fertig.

Gäbe es eine Liga, wäre Deutschland – in Bezug auf Lohngerechtigkeit – vom Abstieg bedroht

Im Vergleich mit den OECD-Ländern schneidet Deutschland sogar besonders schlecht ab, so Patricia Gallego Granados, wissenschaftliche Mitarbeiterin am DIW Berlin: „Nach den Daten für das Jahr 2010 weist Deutschland den drittgrößten Gender Pay Gap nach Japan und Korea auf. (siehe Granados, Patricia Gallego im DIW Interview: Gender Pay Gap: Deutlich höhere Einkommensunterschiede in Westdeutschland)“

Welchen Daten und Statistiken Sie mehr Gewicht geben wollen, sei Ihnen überlassen. Am Ende bleibt, dass Frauen für die gleiche Leistung mindestens 7 Prozent schlechter bezahlt werden. Bei einem durchschnittlichen Jahresgehalt eines Marketingleiters von 118.000 Euro (Vgl. Statista: Durchschnittliche Jahresgehälter in Marketing und Vertrieb im Jahr 2013 pro Jahr sind das 8.260 Euro, die eine Marketingleiterin weniger bekommt. Fast einen Monatslohn. Bei diesen Statistiken wird nicht berücksichtigt, dass Frauen schlicht seltener in die Führungspositionen kommen. Somit ist die Bereinigung des Gender Pay Gap vielleicht nicht ganz so sauber, wie Mann vermuten möchte.

Geschafft! Du bist durch die trockenen Zahlen durch und gut gewappnet für unsinnige Argumentationen und blöde Sprüche! Let’s change it!

Du findest das Interessant? Dann trag dich doch in meine Newsletterliste ein und verpasse nie wieder einen Artikel oder Blogpost. Dieser Artikel ist ein Auszug aus meinem Buch »Muttersprache Mann« mehr zum Buch und eine kostenlose Leseprobe findest Du hier (Link) und das Buch bekommst Du bei Amazon (Link)

Autoreninfos:

Jan Schleifer entschlüsselt die Codes der Kommunikation, der Denk- und Verhaltensmuster von Männern – besonders für Frauen, die in Führung gehen wollen. Aus seiner fast 20-jährigen Praxis als Berater für Kommunikation sowie als Business und Management Coach weiß er, dass Frauen, die erfolgreich sein wollen, sich einen entscheiden Vorteil sichern, sobald sie die Sprach- und Verhaltenscodes der Männer verstehen. In seine Vorträge übersetzt er die Sprache von Männern für Frauen und erklärt auch das »Wieso« hinter den Worten. Denn im Verständnis liegt der Schlüssel des Verstehens und der größtmögliche Hebel für den eigenen Erfolg.

Als Autor von Muttersprache Mann erreicht Jan Schleifer Frauen, die nach einer neuen, einfachen und erfolgreichen Kommunikation und Zusammenarbeit mit Männern suchen.

Bildquellen: 

Yvonnne Schmedemann 

unsplash.com

Wie Du aus den nervigen Wiederholungen der Kollegen Nutzen schlägst, auch wenn alles gesagt ist.

Wie Du aus den nervigen Wiederholungen der Kollegen Nutzen schlägst, auch wenn alles gesagt ist.

Du kennst das bestimmt, die Diskussion ist im Gange und immer wenn ein Punkt gemacht wird, kommt einer um die Ecke und wiederholt das Gesagte. Manchmal mit eigenen Worten, manchmal sogar fast als Zitat, nur, dass geben sie selten zu. Wiederholungen rauben Zeit und bringen keinen Mehrwert, glaubst Du. Doch Wiederholungen sind per se nicht schlecht, denn sie untermauern ein Argument, eine Idee oder einen Gedanken. Auch wenn Du Deinen Gedanken noch einmal hörst, heißt das nicht, dass alle anderen im Meeting Deinen Gedanken beim ersten Mal verstanden haben.

Frauen haben oft eine recht pragmatische Herangehensweise, die einige grundlegende männliche Kommunikationsmuster außeracht lassen: Position, besonders in der Hierarchie, zu beziehen und sich selbst sichtbar zu machen.

Klar, trotzdem nervt es ziemlich, wenn die Platte einen Sprung hat.

Was Du über Wiederholungen wissen solltest:

  • Der Unterschied: Handelt es sich um eine Wiederholung oder Diebstahl
  • Worum geht’s: Geht es Dir darum gehört zu werden, Wertschätzung für Deinen Gedanken oder bist Du von dem albernen Gehabe genervt
  • Das Gute: Die Vorteile des nervigen Rituals

Mit der Wiederholung bezieht Dein Kollege eine Position im Meeting. Er schlägt sich ggf. einer argumentativen Seite oder Partei zu und verschafft sich Sichtbarkeit innerhalb des Kollegenkreises. In männlich dominierten Hierarchien, übrigens nicht nur dort, ist es nach wie vor wichtig eine Position zu beziehen. Deutlich zu machen, wofür man – und Frau steht. Kaum jemand wird mittel- bis langfristig Erfolg haben, wenn keine eigene Position bezogen wird. Erst wenn die Kollegen und Vorgesetzten wissen, woran sie bei Dir sind, kann Vertrauen aufgebaut werden und wirkliche Verantwortung abgegeben werden.

Das bedeutet natürlich nicht, dass es nicht auch Unternehmen gibt, die eigenen Position wenig schätzen und Ja-Sager bevorzugen. Auch das ist eine Position.

Wiederholen oder gestohlen

Einer der wesentlichen Unterschiede ist, ob Dein Gedanke, Beitrag oder Deine Idee wiederholt wird, die Referenz zu Dir also eindeutig ist und klar wird, oder ob man schlicht versucht Deinen Gedanken zu klauen. Letzteres bedeutet, dass jemand Deine Idee für seine Idee ausgibt und ungeniert allen anderen glauben machen will, er selbst wäre der Urheber. Wie genau Du mit geistigen Diebstahl umgehen solltest werde ich in einem der nächsten Blogposts beschreiben oder Du schnappst Dir einfach mein Buch Muttersprache Mann (LINK).

Sofern es sich »nur« um eine Wiederholung handelt, die das Meeting zwar nicht wirklich voranbringt aber das von Dir Gesagte unterstützt, kannst Du Dich ganz entspannt zurücklehnen. Denn Dein »Song« wurde gerade von einem anderen Radiosender gespielt, was für die Popularität definitiv nicht schlecht ist.

 

Wiederholungen massieren das Gesagte ins Hirn der anderen

Eine Botschaft muss öfter gehört werden, bis sie ankommt. Auch Dein Kollegen und Vorgesetzten müssen Ideen, Meinungen und Argumente häufiger hören, damit sie sitzen. Ansonsten würden Unternehmen nicht Abermillionen ausgeben, um immer wieder die gleiche Botschaft in unsere Ohren zu flüstern. Zugegeben, manchmal ist es ein ziemliches Geschrei.

Selbst, wenn die Entscheidung bereits gefallen ist, sorgt eine Wiederholung für eine Bestätigung – und Männer mögen Bestätigung ebenso wie Frauen. Auch wenn sie so tun, als ob es nicht so wäre. Außerdem kannst Du die Wiederholung auch als einen Support für betrachten. Sofern es weiterhin Dein bedanke bleibt, der wiederholt wird. Deshalb ist es wichtig zu erkennen, ob es sich um einen Diebstahl handelt oder um eine Wiederholung.

 

Außerdem kommt hinzu, dass sich der »Papagei« im Grunde argumentativ auf Deine Seite schlägt. Und hier hast Du gleich eine gute Gelegenheit einen Punkt zu machen. Bedank Dich für die Unterstützung und freu Dich, dass Herr Ara auch Deiner Meinung ist. Bring das ehrlich zum Ausdruck! Es ist ein Bekenntnis, auch wenn er es noch gar nicht weiß.

Als Anregung: Geh doch einfach mit gutem Beispiel voran und übe Dich darin, immer denjenigen mit Namen zu nennen, den Du selbst zitierst oder wiederholst.

Worum geht es Dir dabei?

Warum nervt Dich die Wiederholung so? Aus meiner Beobachtung gibt es unterschiedliche Gründe, warum es Dich auf die Palme treibt. Einer ist, dass Du das Gefühl hast, Du würdest nicht gehört? Das kann natürlich gut sein. Eine Leserein von Muttersprache Mann, die mich mit Ihrem Feedback auf die Idee für diese Blogpost gebracht hat, berichtete davon, dass in ihrem ehemaligen Unternehmen die Herren Beiträge von Ihr und anderen Kolleginnen schlicht überhört haben.

»Männer Frauenvorschläge in einer Diskussion einfach nicht hören, nicht darauf reagieren und andererseits fünf Minuten später genau den gleichen Vorschlag machen«

Harter Tobak, aber nicht außergewöhnlich. Es gibt Männer und Organisationen, in denen das Rollenbild der Frau derart antiquiert ist, dass ein gleichberechtigter Dialog kaum möglich ist. Hier ist es ohne Support aus höheren Hierarchieebenen für Frauen selten möglich einen Blumentopf zu gewinnen. Um diesen Support zu erlangen Bedarf es einer sehr individuellen Strategie, ein allgemein gültiger Tipp nach dem Motto »Such Dir einen Mentor« hilft wenig weiter.

Mach es einfach. Es hilf meist

Vielleicht fehlt es Dir ja auch schlicht an der Wertschätzung für Deinen Gedanken. Abgreifen ohne Danke zu sagen, auch das kommt häufig vor. Stellt sich die Frage, ist das ein persönliches Problem oder ein systematisches (also die gesamte Organisation betreffend). Im letzten Fall heißt es damit Leben lernen oder weiterziehen. Im ersten Fall könnte ein persönliches Gespräch helfen oder Du optimierst Deine Beiträge dahingehend, dass Du den Nutzen für die Person (also seine Position im Unternehmen) und/oder für das Unternehmen noch stärker herausstellst. Denk dabei immer daran, mach es nicht zu komplex sondern möglichst einfach und für jeden Deppen verständlich ist. Wenn der Nutzen groß ist und Dein Beitrag Deinem Vorgesetzten und dem Unternehmen Vorteile bringt, sollte die Wertschätzung steigen. Wenn nicht, fordere sie ein. Nutze Deine Beiträge für Gehaltsverhandlungen und Feedbackgespräche. Vielen Frauen fällt es schwer, zu zeigen, was sie wert sind. Wenn Dir das auch so geht, versuche die Brücke über »den Wert oder die Werte die Du für das Unternehmen schaffst«.

Es kann natürlich auch einfach sein, dass Dir das albernen Gehabe auf die Nerven geht. In diesem Fall empfehle ich Dir es zu handhaben wie im Zoo. Betrachte das putzige Verhalten, studiere die Muster aber nimm es ebenso wenig persönlich, wie das komische Verhalten der Pinguine.

Dir muss nicht wirklich gefallen, was ich hier schreibe, wenn es Dir trotzdem hilft, würde ich mich riesig freuen. Ebenso wie über Dein Feedback, Deine Anmerkungen und Anregungen. Womit haderst Du in der Kommunikation und Zusammenarbeit mit den männlichen Kollegen?

Und auch für den Fall, dass ich mich Wiederhole: Besorg Dir mein Buch »Muttersprache Mann« (LINK) es hilft.

Autoreninfos:

Jan Schleifer entschlüsselt die Codes der Kommunikation, der Denk- und Verhaltensmuster von Männern – besonders für Frauen, die in Führung gehen wollen. Aus seiner fast 20-jährigen Praxis als Berater für Kommunikation sowie als Business und Management Coach weiß er, dass Frauen, die erfolgreich sein wollen, sich einen entscheiden Vorteil sichern, sobald sie die Sprach- und Verhaltenscodes der Männer verstehen. In seine Vorträge übersetzt er die Sprache von Männern für Frauen und erklärt auch das »Wieso« hinter den Worten. Denn im Verständnis liegt der Schlüssel des Verstehens und der größtmögliche Hebel für den eigenen Erfolg.

Als Autor von Muttersprache Mann erreicht Jan Schleifer Frauen, die nach einer neuen, einfachen und erfolgreichen Kommunikation und Zusammenarbeit mit Männern suchen.

Bildquellen: 

Yvonnne Schmedemann 

Andreas Rønningen

Eigene 

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